Grillevent – Wie man es richtig macht

sparta | Juni 7th, 2010 - 15:36

Man nehme:
Perfektes Wetter mit der Tendenz zu ‘heiß’
Gute Freunde
Einen variationsreich bestückten Weinkeller
T-Bone-Steaks

img_7768.jpgDamit ergibt sich der Rest fast von alleine. Und entsprechend wurde die Grillerei am Samstag, zu der wir es endlich geschafft haben, einen Termin mit Elmi und Melanie zu finden – die im Gegenzug ein tolles Tzaziki mitbrachten 1.
An Weinen wurden diverse Rieslinge und Grauburgunder Spätlese ebenso einer genüßlichen Vernichtung zugeführt wie Obstbrände zur Verdauung. Ansonsten Wasser und Apfelsaftschorle.

img_7774.jpgStar des Abends aber waren die ausgezeichneten T-Bone-Steaks, die wir unabhängig voneinander bei der Metro gekauft haben und in zwei Runden auf dem Grill tatsächlich zur Perfektion gebraten hinbekommen haben.
Tatsächlich war ich noch am nächsten Tag sowas von pappsatt, dass an Essen nicht zu denken war.

Danke an alle für den perfekten Abend, es war rundherum einfach nur fantastisch.

  1. unn ihr Tupperdippe lieje gelosse habbe

Wie man es sich gut gehen lässt

sparta | Februar 12th, 2010 - 12:00

Wien am dritten Tag: Zugeschneit, aber wie. Die ganze Nacht hat es geschneit und auf dem Frühstücksbalkon türmt sich die weiße Pracht. Nach einer sehr erholsamen Nacht konnte ein einigermaßen anstrengender Tag kommen :-)

cimg2225.jpgZuerst haben wir den Naschmarkt unsicher gemacht, wobei sich dort im Schneematsch der Andrang kaufwilliger Besucher in sehr eng gesteckten Grenzen hielt. Außerdem war es recht früh.
Danach sind wir quer durch die Stadt zum Louis gefahren, Lederjacken und Handschuhe checken. Der Laden ist nicht gerade winzig, meine Herren. Piratig kopfbekleidet (die HAD-Halstücher sind einfach superpraktisch) ging es dann zurück in die Innenstadt.
Für meinen Wien-Besuch 2008, der in letzter Konsequenz nur gruselig war, hatte Helmut ein paar Empfehlungen bez. kultureller und kulinarischer Erbauung gegeben, darunter die, die wir heute umsetzen wollten:
- “Cafe Alt Wien”, Bäckerstrasse (nördl. hinterm Dom) -> Gulasch essen (Gulasch, jawohl. Bestes Gulasch ever. Grosse Portion), Bier trinken.
CIMG2233.JPGÜberragender Tipp: Große Portion Gulasch (mit Gebäck1) und dazu ein Krügerl2 vom guten Egger-Bier. Oder auch zwei. Die waren schon nötig, weil der Herr Hopfmüller nicht Herr seiner Fototasche war und die verlorene selbige über Stunden suchen musste.
Auf alle Fälle hat das ‘Kaffee Alt-Wien’ einen derartigen Charme, da hätte ich tagelang bleiben können. Man kommt zur Tür rein und ist in einer anderen Welt. Die Atmosphäre ist derart entspannt und kein bisschen kitschig, dennoch liebenwert ‘old-school’ (wozu auch der Kellner beiträgt, der in einer anderen Welt schon längst in Rente wäre).
Mitten hinein platzt über die Moderne, aka Twitter, die Nachricht, dass das EU-Parlament den Amis SWIFT-mäßig in den Arsch getreten hat, was uns zur spontanen feierlichen Einnahme eines Marillenschnapses zwingt.

CIMG2235.JPGNoch ein wenig shoppen auf der Mariahilfer, bevor ich fußlahm die Segel streichen muss und die rettende Badewanne ansteuere. Müde, aua, kalt :-)
Den ursprünglichen Plan kippen wir und gehen stattdessen zu Charlie P’s, wo Burger mit chunky chips und reichlich Kilkenny’s unserer harren.

  1. für die Piffer: mit ‘Gebäck’ sind Backwaren gemeint, also nicht Plätzchen oder Kekse, sondern in diesem Fall Brötchen
  2. das verniedlichende Krügerl bezeichnet den großen Krug. Der Seidel ist die kleine Einheit. Niemand behauptet, die Ösis seien logisch in der Wortwahl

Fresswochen (reloaded)

sparta | Februar 11th, 2009 - 16:31

“Was rumpelt und pumpelt
In meinem Bauch herum?
Ich meinte, es wären sechs Geißlein,
So sind’s lauter Wackerstein’!”

… sprach der arme Wolf, für den ich in der Nacht von Sonntag auf Montag viel Verständnis entwickelte. Zwar waren es keine Geißlein oder Steine, sondern Schweine, die in meinem Verdauungstrakt quiekten, aber die letzte Woche hatte es vom Futtern her ordentlich in sich.
Zuerst am Montag Martina und Martin (Kokosmilch-Suppe mit Flusskrebsen, Coq au Vin), am Mittwoch der Nachtischmann und jetzt zum Wochenendabschluss endlich Heike und Richie (da haben Heike und ich eine Weile dran arbeiten müssen, cimg1155.jpgirgendwie kommen wir Königskinder nicht recht zusammen) und es gab Spareribs mit Laugenstangen und Apfelkaiserschmarrn à la ichie hintendrauf – das Ganze als Vorlauf zum Tatort-Gucken.
Die Laugenstangen wollten von der Farbe her nicht so, aber Möglichkeiten für besseres Gelingen sind gefunden und werden demnächst ausprobiert – essen hat man sie können. Allerdings war der Ofen ideal vorgeheizt und die Spareribs sind glänzend gelungen. Wir haben gefressen wie die Blöden.
cimg1164.jpgDer oberleckere Nachtisch, von Richie in bester Nachtischmann-Manier bereitet (und von daher bitte selbst zu beschreiben), machte weiteren Grappa und Marillenschnaps vonnöten, für die Nacht nutzte es aber nicht viel.

Der Tatort, obwohl aus Bremen (Standard-Vorurteil: ‘gääääääääähhhhhn’), erwies sich als überraschendes und teilweise ulkiges Fernsehstück – Vorurteile wurden zumindest deutlich angescheddert…

Und das machen wir öfter. Nicht soviel fressen vielleicht, aber das gemeinsame Kochen und Fernsehen war schon nett.

Roastbeef

sparta | Januar 28th, 2009 - 09:59

… ist so ein Gericht, an dass man sich mit Vorsicht annähert, denn zum einen sind die Grundzutaten, wenn man es richtig machen will, ziemlich teuer und schief gehen kann auch so einiges, wenn man es mit langen Garzeiten zu tun hat.

Ursprünglich war das Festmahl für Anfang Januar mit den besten Nachbarn der Welt geplant, dann sind unsere Häuser aber gründlich von der Seuche heimgesucht worden und so verschob sich das Ganze.
Bis gestern.

Zur Zubereitung: Das Fleisch wird von allen Seiten scharf angebraten und danach auf dem Rost für 2,5 Stunden bei 90° C im Backofen gegart.  Das erschien uns (und auch dem vorher konsultierten Freund Chili) ein wenig zu wenig und wir haben beschlossen, die Garzeit eigenmächtig auf drei Stunden zu verlängern.
Unter den Rost schiebt man die Fettpfanne, in der die gepellten und 10 min. gekochten Kartoffeln liegen (vor dem Garen mit Öl beträufeln).
Nach Ablauf der Garzeit wird das Fleisch für 10 min. warm gestellt und die Kartoffeln unter dem Grill gebräunt.
Dann kommt der spezielle Moment und das Fleisch wird angeschnitten. Wenn es dann so aussieht, wie auf dem Bild, hat alles geklappt…

Bohnen mit Speck haben sich als ideale Gemüsebeilage erwiesen und da Jens da war, haben wir natürlich Schnecken in Kräuterbutter als Vorspeise gemacht. Das war ein Premiere für die beste Nachbarin der Welt, die noch nie Schnecken gegessen hatte und völlig begeistert war. Der Blattsalat war ein wenig sandig, aber das habe ich auf die Croutons geschoben.
Hinterher gab es dann noch ein bisschen Grappa, Marillenbrand und einen mit Grappa verfeinerten Likör (hellbraune Kopfschmerzen…) für die MädelZ.

Sehr zufriedenstellend, vor allem, dass wieder so eine Kaninchen-Schlange-Situation küchentechnisch gelöst werden konnte. Darüber konnte dann sogar das ärgerliche Handballspiel gegen Dänemark vergessen werden, mit dem sich die deutschen Handballer aus dem Turnier geschossen haben.
Nein, ich will nichts mehr zum Thema Handballschiedsrichter sagen.