Jahresrückblick 2011.2

sparta | Dezember 31st, 2011 - 15:20

 

Land unter.

Nicht das Jahr generell, aber zu Jahresbeginn in unserer Heimatstadt. Der Main führt Hochwasser, wenn auch glücklicherweise sehr weit von den Pegelmarken am Tor zum Schlossplatz entfernt.

Nein, das Jahr war gut. Viel entspannter als 2010, keine Katastrophen, keine größeren Beschwerden.

[...]

Feuer Frei!

sparta | Dezember 11th, 2011 - 10:13

Diese Geschichte beginnt in Kronshagen.
In einer Gärtnerei.
Wie fast immer in unseren Kurzurlauben in Kiel bei den Schwiegereltern verbringen wir einen Nachmittag dort. Während Kathinka und ihre Mutter zwischen Blumenkübeln und Clematis flanieren, meldet mein Handy eine E-Mail von Barbara: “Hätte noch eine Karte für RAMMSTEIN am 08.12.2011 – willst du?”

Was für eine Frage. Aktiv hätte ich mich vielleicht nicht bemüht – oder zu spät, aber so ist es natürlich perfekt.
Nach Umpersonalisierung und ein wenig Hin und Her kam die Karte dann in der zweiten Novemberhälfte tatsächlich bei mir an und am 08.12. stand ich dann sehr gespannt in der Menge.
Festhalle Frankfurt an zwei Tagen hintereinander restlos ausverkauft – die ‘Made in Germany’-Tour wird die Jungs sicher nicht ärmer zurücklassen :-)

Kurz vor acht beginnen ‘Deathstars’ das Vorprogramm und meine Befürchtungen steigen…
Denn nicht nur sind die Schweden richtig mies, vor allem der Sound ist grottig im Quadrat, völlig überzogene Bassdrum (der Schlagzeuger fällt auch nur durch die DoubleBassKicks wirklich auf) und gnadenlos bis zur Unverständlichkeit verzerrter Gesang.
Da gehe ich lieber wieder raus und schone meine Ohren, bestaune leicht kopfschüttelnd die Preise bei Shirts und Co. und trinke noch ein Bier.

Sie lassen es aber gnädig angehen und sind fünf Minuten nach halb neun unter noch nicht mal höflich zu nennendem Applaus verschwunden.

Um kurz vor neun wird es erneut dunkel in der Festhalle und von hinten rechts beginnt der von Fackeln gesäumte Einzug, der im ‘Wiesbadener Kurier‘ wie folgt beschrieben wird:

»Ein metallisches Hämmern in der Luft, Aufruhr am Boden: Rammstein ist da, und die restlos ausverkaufte Frankfurter Festhalle beginnt zu beben.

Im Gänsemarsch erreicht der Metal-Tross um Punkt neun die Mischpult-Insel mitten im Zuschauer-Meer.Von der Hallendecken senkt sich unter Zischen eine Eisenbrücke herab, über die die Rammstein-Mannen wie Schlafwandler in die dampfende Maschinenwelt auf der Hauptbühne wanken. Scheinwerfer-Kessel allüberall, Flammensäulen am Bühnenrand, und hinter allem, über allem ein Riesen-Propeller.«

EINS….
ZWEI…

Alle wissen, was kommt. Mit ‘Sonne’ beginnt ein zweistündiges Best-Of mit ABSOLUT PERFEKTEM Sound. Laut ohne zu schmerzen, alle Instrumente differenzierbar und natürlich eine Lightshow vom Feinsten und Pyrotechnik bis zum Abwinken.

Die ersten Flammensäulen erwärmen die Luft spürbar – knapp 20m von der Bühne weg. In der ersten Reihe muss man sich wie ein Grillhähnchen fühlen und ich bin mit meinem Platz und den Sicht- wie Hörverhältnissen überaus zufrieden. ‘Links 2-3-4′, ‘Mutter’, ‘Feuer frei’ – die Stimmung ist prächtig, alle singen mit und die Show hält alle jederzeit im Bann.
Wie gut ich stand, erwies sich dann bei ‘Bück dich’, als die erwähnte Eisenplanke sich erneut niedersenkte und die gesamte Band direkt am Mischpult zu spielen begann.
Nach ‘Ohne Dich’ (soooooo schön) ist erstmal Schluss, aber lange lassen sich Rammstein nicht bitten und spielen letztendlich zwei Zugabensets – nach zwei Stunden ist dann aber wirklich Feierabend und die Massen strömen durch Frankfurt
Ein fantastischer Abend.
Ich schnapp mir ein Taxi und bin gegen halb zwölf zu Hause und im Bett. :-)

Und bei Barbara will ich mich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich bedanken. Du hast mir einen tollen Abend beschert. :-*

Let’s go exploring

sparta | November 12th, 2011 - 10:46

Da liegt sie jetzt vor mir.

Die freie Zeit.
Wie ein leerer Blogbeitrag, der sich auch seit Wochen nicht von selbst schreiben will. Die weiße Seite.
Unberührt, unschuldig, rein.
Noch traue ich mich nicht wirklich, sie mit meinem Buchstabenschmutz zu besudeln, aber gleichzeitig mache ich es ja schon. Nun gut, Ängste sind ja dazu da, überwunden zu werden ;-)

‘Aber wie kommt’s?’  hör ich fragen und will auch um meiner selbst Willen mal kurz die letzten anderthalb Jahre Revue passieren lassen – in denen von meiner mir so kostbaren freien Zeit für Entspannen, Schreiben, Musik hören, Spazierengehen etc. immer weniger blieb, was sich an der ‘Artikelflut’ hier im Blog auch deutlich widergespiegelt hat.
Eigentlich begann alles auf dem Stammtisch Höchst mit der Idee, ich könnte ja den Generalsekretär im Landesverband der Piratenpartei machen. So ‘ne Art Verwaltungsjob, geht prima vom heimischen Schreibtisch aus und ist nicht anstrengend.
Na gut.
Ich hab mich breitschlagen lassen, eine Art Wahlkampf geführt, der mich letztlich als einzigen Kandidaten stehen ließ und mir das Amt bescherte…
Zwischendrin war über die tollen Menschen, die ich kenne, noch ein kleiner Nebenjob gekommen, die Ticketerstellung für die openmind #om10.
Zu tun hatte ich wirklich reichlich. Bundesparteitage, Akkreditierung, Vorstandssitzungen, auch im Real Life.
Immer tiefer arbeitete ich mich in die Strukturen ein, wurde zum Ansprechpartner für viele, zum Vertrauten für manche und schaffte mir neben einem gewissen Wissenspool auch eine stete Arbeitslast an. Bisweilen war mir das doch lästig, ich war nicht mehr so ganz mein Herr, wie ich es gewohnt war und zu schätzen gelernt hatte.
Ein wenig hilfreich war dann die Kandidatur der jetzigen Generalsekretärin beim LPT 2011 – jeglicher Kandidaturversuch würde schlicht an der Tatsache scheitern, dass wir bei den Piraten längst nicht so post-gender sind, dass nicht eine Frau immer einen Bonus hätte, egal, ob sie was kann oder tut.
Da aber die Verwaltungszugänge dauerten, habe ich Trottel mich bereit erklärt, die Mitgliederverwaltung noch weiter zu machen, als die Berlin-Wahl und vor allem deren Folgen über uns hineinbrachen und ich Neuaufnahmen by the hundred auf dem Tisch hatte.

Außerdem hatte ich mich für die Orga der openmind #om11 freiwillig verpflichtet und habe dort den gesamten finanziellen Krams, T-Shirts, Tickets, Namensschilder, Kasse, Hotels und dergleichen alles erledigt. Vorort war ich dann ca. 80% der Dauer der Veranstaltung am Orga-Counter ansprechbar.

Nach der #om11 wurde mir sehr schnell klar (gemacht), dass es so nicht weitergehen kann. Ich war am Anschlag, ständig gereizt, immer kurz vor dem Ausrasten.
Also beschloss ich, einen Fullstop hinzulegen.
Mitgliederverwaltungsbeauftragung zurückgeben.
Orga #om12 canceln.

Jetzt will ich erst mal eines vor mir haben: Nichts!
Derzeit bin ich immer noch am Runterkommen, viel zu lange habe ich auf viel zu hoher Schlagzahl getaktet und das wird mir nie wieder passieren.

Das Motto der openmind #om11, das ich zu selbigem erkoren habe, raubmordkopiere ich jetzt für mich.

…let’s go exploring

Come join us

sparta | Juli 6th, 2011 - 16:45

 

 

Das konzertlastige Jahr 2011 schreitet fort – ein Ausflug nach Würzburg stand an.

Zur Eröffnung ihrer Deutschland-Tour spielten Bad Religion in der Posthalle.
Zusammen mit den herausragenden Herren @kaifuzius und @supaheld machte ich mich bei strahlend schönem Wetter am Nachmittag auf, die zumeist widerliche A3 unter die Räder zu nehmen und wiewohl es in den Feierabendverkehr hineinging, kamen wir zügig durch – bis ich diesen Umstand erwähnte…
Von ‘Ich bin zufrieden, wir kommen gut voran’ bis zum absoluten Stillstand und mehr als tröpfelndem Vorankommen waren es vielleicht 10 min.

Letztlich verfehlten unseren angestrebten Zeitplan um 45 min.
Das machte aber wenig, denn ein kostenloser Parkplatz gegenüber vom Bahnhof war kein Problem und nachdem wir uns noch mit einem Bratwurst-Brötchen versorgt hatten, ging es auch schon in die Halle, die in Vollauslastung um die 2.500 Personen fasst, aber auf ca. ein Drittel dieser Kapazität eingeschrumpft und abgesperrt war.
‘Es ist ausverkauft’ bekam da schon eine andere Note :-)
Bei der Organisation fielen uns vor allem die sehr fairen Preise bei den Merchandise-Artikeln auf, ein T-Shirt für 15,00 Euro ist absolut okay.
Des weiteren sollte uns der akkurate Ablauf überraschen, noch selten war ich auf einem Konzert mit derart präzisem Zeitplan.
Einlass 19:00 Uhr und um 20:00 Uhr begannen ‘Adolescence’ im Vorprogramm.
Auch nicht mehr die Jüngsten…
Nach exakt 30 min. war Schluss.
Bühnenumbau.
Um 21:01 Uhr starteten Bad Religion ihre Show und begannen mit ‘Resistance’ von der aktuellen Scheibe ‘The Dissent of Man’ eine Setlist, die ich in großen Teilen genauso selbst zusammengestellt hätte.
’21st century digital by’, ‘Los Angeles is burning’, ‘Cyanide’, ‘No control’ und dann sogar ’1000 more fools’ – das erste Stück, das ich von Bad Religion seinerzeit hörte.

‘Come join us’, ‘New dark ages’.
Die Halle kocht, es ist brutal heiß und die Stimmung wie auch das Publikum sind vom Feinsten.
‘Generator’ in der ‘Festival-Version’, zum Wegschmeißen komisch, die Zugabe beginnt mit ‘American Jesus’ und endet ein paar Stücke später mit ‘Sorrow’ \o/.
Knapp 80 min. sind zwar recht wenig, aber trotzdem auch ausreichend, immerhin sind darin mindestens doppelt soviele Stücke enthalten wie bei anderen Bands im selben Zeitraum *g*

Wir sind auch entsprechend durch, total verschwitzt und die Kollegen ausreichend bebiert (Fahrer sein sucks *g*)

Die Rückfahrt verläuft stressfrei.
Mitleid mit den armen Leuten, die bei Marktheidenfeld immer noch oder schon wieder im Stau stehen, nachts, Baustelle, ein LKW am anderen, alle Parkplätze dicht – es gibt wahrlich Schöneres…
A thousand more fools are being born every fucking day…