
Wien am nächsten Morgen, der zweite Tag meines Besuches.
Um kurz nach acht geht es mit dem Schlafen nicht mehr und ich mache mich auf zum Frühstück in den sechsten Stock.
Das wird auch die nächsten Tage noch die Zeit fürs Bloggen werden, zu schön ist es bei Kaffee und O-Saft mit einem herrlichen Blick über Wien zu sitzen und seine Gedanken ein wenig schweifen zu lassen.
Gut, die Swing-Versionen von Rock-Klassikern im Hintergrund müssten nicht sein, aber sonst ist alles prächtig.
Gegen 11 brechen wir auf, um im Café Einstein tatsächlich den Wolfgang zu treffen, mit dem ich seit einem Jahrzehnt schreibe, den ich aber noch nie gesehen habe.
Das Treffen verläuft genau wie erwartet, passt einfach alles, man kann eben doch an der Schreibe ablesen, was für ein Typ Mensch einer ist. Spontan beschließen wir, das Treffen nach Wolfgangs Termin fortzusetzen und tun dieses im Museumsquartier im Café Leopold ausgiebig bis zum frühen Abend – dann harrt das Steakhouse unser und nach 400g Rib-eye ist die Welt immer noch in absoluter Ordnung. Das Bild über diesem Artikel stammt übrigens von dort, das ist die Decke im Maredo – ansonsten ein Steakhouse wie alle anderen der Kette, aber dieser Blick nach oben hatte schon was einzigartiges.
Ein Bierchen bei David zum Abschluss und dann geht es ein wenig früher in die Kiste, schon um 11 ist diesmal bei mir das Licht aus und ich schlafe ausgezeichnet, bis mich der laut schnarchende Nachbar um halb sechs weckt – es ist aber doch der Hausmeister mit der Schneeschippe, die Stadt versinkt gerade in weiß. Mal schauen, ob ich hier morgen gut wegkomme…
Dem schneeschiebernden Krachmacher wird mittels Ohrstöpsel der Lärm-Garaus gemacht und ich schlafe wie ein Engel bis um 8.
Martina hat mit einem Stock nach mir geworfen, das ist schon ziemlich lange her…
Vielleicht klappt das ja mit dem alten ‘Was lange währt…’, ich bezweifele es aber.
(Die inzwischen angebrachte Stöckchen-Form heißt allerdings Formspring und ich kann nur wärmstens diese Seite daselbst empfehlen, auf der kostenlos und unverbindlich der universellste Unfug abgefragt werden kann. Genug Werbung, her mit den Fragen.)
Warum bloggst du?
Bloggen ist für mich initial ein Abfallprodukt meiner Beschäftigung mit WordPress gewesen. Zuerst habe ich nämlich meine Business-Site in Form eines WordPress-CMS aufgesetzt, wobei damals (*tatter*) die gesamte Blogfunktionalität rausflog und nur statische Seiten übrig blieben. Für mich war das aber eine sehr elegante Möglichkeit, ein Schmalspur-CMS mit Menu und Plugins zu haben.
In der Vergangenheit hatte ich immer mal wieder versucht, ein Tagebuch zu führen, war dafür aber viel zu inkonsequent, mit dem Blog gelingt es ein wenig besser…
Seit wann bloggst du?
Seit September 2005. Eigentlich seit Mai 2004, da habe ich mit Krankenhaustagebüchern angefangen und letztendlich ist das hier auch nicht wesentlich anders, nur dass es nur selten um körperliche Gebrechen geht, sondern eher um geistige Ein- und Ausfälle.
Warum lesen deine Leser dein Blog?
Die Kernleserschaft setzt sich aus Verwandtschaft und guten Freunden zusammen, die es wohl aus genau dem Grund lesen, für den ich es auch schreibe: Eine Art Berichtsheft, gerne auch mal der lustigen Art über mein/unser Leben, was sich so ereignet und was uns beschäftigt.
Ansonsten kommen einige von den Blogrolls meiner Freund, da dürfte Neugier die Antriebsfeder sein :-)
Die meisten Leser habe ich wegen einer (gar nicht mal so positiven) Restaurantkritik, mit der ich unter der Namensnennung des Ladens lange vor der eigentlichen Website bei Google lag (Inzwischen nur noch auf Platz 5)
Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
Äh.
Moment.
Da hab ich’s: ‘sushi frankfurt’
Ich schreib zuviel Restaurantkritiken.
Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und werde das auch nicht tun. Sicher bin ich auch eitel, aber das hat seine Grenzen.
Dein aktuelles Lieblingsblog?
Hm. Sagen wir mal meine liebsten drei. Fefe, Jens Scholz und Helmuts Anatomisches Allerlei. (Nein, ich kriege nichts dafür. Blöd eigentlich…)
Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?
Ich lese keinEN Blog. Es heißt DAS Blog.
Zuletzt las ich Carstens Kanzlei-Blog, aber auch nur, weil es im Reader über dem von Don Dahlmann steht, sonst wäre das hier genannt worden :-)
Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Um die 50, genau gezählt habe ich die auch noch nie.
An welche 5 Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
An gar keins. Diese Weitergabe hat für mich immer was von Kettenbriefen oder der Facebook-Unsitte ‘Choose 15 Friends’, die dann mit dem eigenen Blödsinn gestraft werden, aber nur, wenn ich es mache.
Über Martinas ‘FANG’ habe ich mich schon gefreut.
Und ich bin gespannt, wer sich das Ding mitnimmt und harre der Trackbacks.
Zur Zeit plage ich mich mit einem Schnupfen rum und bin daher in genau der richtigen Stimmung für einen kleinen Rant. Es scheint zur Zeit ein wenig in Mode zu sein, sich als Markenhersteller zum Vollhorst zu machen.
Den Anfang machte vor ein paar Wochen die Firma JAKO, ein eher unbekannter Hersteller von Sportbekleidung, der sich nicht zu blöde war, einem ebenso eher unbekannten Blogger Stress zu machen, weil dieser JAKO nicht so toll fand, wie JAKO das wohl gerne hätte.
Es gab im Netz sehr viel Reaktion und JAKO durfte etwas über den Streisand-Effekt lernen.
Nun schickt sich seit ein paar Tagen JACK WOLFSKIN an, ähnlich negative Reputation zu erwerben. Sicher ist es ärgerlich, wenn das eigene Logo von anderen kopiert wird, aber das hätte sich JW vielleicht mal zu Anfang überlegen sollen, als sie so ein allgemeines Emblem wählten. Fußabdrücke von Tieren oder Menschen sind nunmal nichts, was ein besonderes Alleinstellungsmerkmal verdient. Hätten sie einen roten Kreis genommen, würden sie jetzt wohl Japan abmahnen…
JW war mir durchaus nicht unsympathisch, aber sind im Outdoorbereich nun wahrlich kein Monopolist und mit dieser Aktion schlicht und ergreifend indiskutabel. So wird den letzte Woche ohnehin entsorgten Trekking-Schuhen wohl auch die Fleece-Jacke in irgendeiner Form nachfolgen, der bei Twitter aufgekommene Vorschlag, seine JW-Klamotten an Obdachlose zu spenden, gefällt mir außerordentlich gut (danke @insideX).
Den Katalog habe ich gerade noch fix ins Altpapier verbracht.
“Hit the road, Jack, and don’t you come back, no more…”
Update: Ich habe den Katalog abbestellt und im Netz gerade das hier gefunden…