Ein Sommertag

sparta | März 15th, 2011 - 14:52

… im März.

In Japan hat es ein schreckliches Erdbeben gegeben, in der Folge hat ein Tsunami im Nordosten von Honchu unzählige Menschen getötet und unfassbare Verwüstungen angerichtet. Die ganze Welt weiß auf einmal, dass es Fukushima und dort ein großes Kernkraftwerk gibt, bei dem es nach ein paar wohl minderschweren Explosionen jetzt einen Reaktor beschädigt hat.
Die Größenordnung der Katastrophe wird derzeit mit einer Stufe unter der von Tschernobyl bewertet und insbesondere in Deutschland schlägt die Debatte um die Kernkraft gerade voll durch. Wahlkampf ist, ein paar Landtagswahlen stehen an, die Kommunalwahl hier in Hessen auch.

Ich schreibe nach längerer Zeit mal wieder Mails mit einer Freundin, die zu ihren Ungunsten bei diesem Wetter krank ist.

In Bahrain mault das Volk gegen die Herrscherfamilie, da haben die anderen Monarchien rundherum jetzt mal ordentlich Militär hingeschickt, um den bestehenden Laden zu schützen.

Es klingelt und vor der Tür steht ein Müllwerker der Frankfurter Entsorgungsbetriebe, der sich furchtbar aufregt, weil sich jemand per E-Mail beschwert hat, dass man die Mülltonnen unserer eindeutig benummerten Hinterhofhäuser nicht geleert habe. Der Mann spricht (und versteht) Deutsch leider schlecht und lässt zur Sache kaum mit sich reden. Dennoch erfahre ich, dass die E-Mail von einer Anja Schäfer (Name geändert) stammt.
Eine solche wohnt hier aber gar nicht, von daher ist der Sachverhalt einfach, es liegt eine Verwechselung vor.
Dem aufgebrachten Mann in seiner neon-orangenen Arbeitskleidung ist das aber nicht so leicht beizubiegen, der hat sich in ein Maß der Empörung geschafft, das (auch) nicht so leicht wieder runterzukühlen ist…
In einer Kurzkonferenz mit seinen Kollegen und einer Nachbarin, die sich nicht nur als Anja Schäfer, sondern vor allem neu zugezogen und von daher nicht ganz im Bilde der durchaus unlogischen (aber eindeutigen!) Hausbenummerung entpuppt, klärt sich die Angelegenheit dann aber doch.

Die Sonne knallt runter, es ist im Sweatshirt viel zu warm im Garten.

In Libyen herrscht Bürgerkrieg.
Hier redet man über die Aussetzung der Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke.

Ein Sommertag im März.

flattr this!

Kultur und (Fernseh-)Bildung

sparta | Februar 27th, 2011 - 09:51

 

Das war ein gut gepackter Tag. Nach ordentlicher Coffein-Aufnahme machten Kathinka und ich uns gegen 10 Uhr auf in die Stadt, auf dem Programm steht ein gutes Frühstück und anschließend Kultur.
Am Kornmarkt 11 in der Nähe der Hauptwache ist das Leib & Seele, für das unser Gutscheinheft ein 2 für 1 Frühstück vorsieht – und das lohnt sich durchaus, wie man sehen kann.
Nette Lokalität, auffallend hohe Zahl an Bedienkräften, schnell und aufmerksam. Nichts zu meckern.

Mit einem Verdauungstrakt, der den Hinweis ‘wegen Überfüllung geschlossen’ trägt, geht es dann im strahlenden Sonnenschein durch die Frankfurter Innenstadt langsam in Richtung Schirn, wo wir mit Helmut verabredet sind.
‘Surreale Dinge’ locken.
Und begeistern.
Der Aufgang zur Ausstellung ist ein wenig arg geisterbahnig und nicht alle Ojekte dort können überzeugen, die Ausstellung selbst rockt.
Kopfkino vom Feinsten bei einigen Stücken, ‘bedenklich’ ist ein vielgebrauchtes Adjektiv und wir haben Spaß. Insider: ‘Drahtfigur’.
Nach einer guten Stunde Rühren im Realitätsverständnis trennen sich unsere Wege, Kathinka und ich fahren gen Höchst, wo ich umgehend ins Auto hüpfe und nach Wiesbaden fahre, der Nachmittag ist für Herrn Urbach eingeplant, der zu meiner großen Freude schon wieder den Weg in die hessische Heimat gefunden hat.
IMG_0860.JPGFrisch vom Internetkongress der hessischen CDU gekommen, lese ich ihn nach einigen Irrungen durch Wiesbaden (grauenvoll, wie die Verkehrsführung verschlimmbessert wurde) an der Friedrichstraße auf und wir begeben uns erst mal ins Café Klatsch, den Kaffeespeicher auffüllen, bevor es uns nach Mainz verschlägt, wo Stephan einen Termin beim SWR hat.
Ja, Fernsehen.
Für die ARD. Aber nicht für die Piratenpartei, sondern Telecomix / WeRebuild.
Stefan (können die Leute nicht mal anders heißen, man könnte fast meinen, es hätte eine Zeitlang nur einen Vornamen für Jungs gegeben), der zuständige Redakteur, greift uns im Foyer ab und führt uns zur Recording location. “Bestimmt ein tolles Studio mit faszinierender Technik” denkt man ja gerne, es fällt aber gleich die Anmerkung ‘das wird jetzt bestimmt ein wenig entmystifizierend’.
Jo.
IMG_0893.JPGDas ist ein ganz gewöhnliches Büro mit ein paar an die Schränke gepinnten Lampen, es ist saueng, weil wir uns natürlich zu fünft drin drängeln, Herr Urbach, der Redakteur, der Kameramann, dessen Assistent und meine Wenigkeit.
Nach ein wenig Umsetzerei ist die perfekte Einstellung gefunden und der Interview-Teil beginnt. Die Fragen waren bekannt und Herr Urbach hat seine Nervosität gut im Griff, redet flüssig und anschaulich über den Themenkomplex. Agents, Datalove, IRC, Modems, freie Kommunikation – manches muss erläutert werden, vieles kann einfach gehalten werden, es sind nur wenige Wiederholungen notwendig.
IMG_0883.JPGEs folgt der Teil ‘Landschaftsaufnahmen’. Hände auf dem (beleuchteten) Keyboard, Arbeitsillusionen, diverse Einstellungen von allen möglichen Winkeln. Herr Urbach gibt den fleißigen Hacker überzeugend. Und wir haben nicht nur wegen  Bemerkungen über Ringe viel Spaß…
Dann haben wir es auch geschafft – für die vielleicht 2 min am Montag in den Tagesthemen oder dem Nachtjournal sind fast zwei Stunden drauf gegangen und wir sind erstaunlich platt, aber auch angenehm entspannt.
‘I’ve already made it…’ – immer wieder begeisternd und mit einem kalten Bier versehen, fahren wir nach Hanau, wo ich meinen lieben Freund für eine lange Nacht (wenn man dem Twitter-Stream glauben darf) absetze, bevor ich für einen sehr geruhsamen Abend zu meiner Süßen heimkehre.

Montag werden die Aufzeichnungsgeräte glühen, ich bin sehr gespannt, was letztendlich seinen Weg in die entsprechenden Sendungen finden wird.

 

flattr this!

2010.2 – der Jahresrückblick

sparta | Dezember 30th, 2010 - 16:53

Vorgestern abend saßen wir zusammen im ‘Brückenkopf‘ in Hanau und feierten den letzten MKK-Stammtisch mit Stephan – mein lieber Freund geht nach Berlin zum 03.01. und so waren die Gefühle reichlich gemischt, Vorfreude zum einen, die Begeisterung über die vielen guten Freunde, die gekommen waren und der unweigerliche, tränendurchsetzte Abschiedsschmerz…
Ich liebe dich, mein Freund, du wirst mir unendlich fehlen und ich werde häufig nach Berlin müssen ;-)

Ein guter Aufhänger aber, um einmal das Jahr 2010 ausführlich Revue passieren zu lassen, denn das Jahr wurde zum Großteil durch meine Freunde bestimmt und es war ein unglaubliches Jahr. “So gut?” wurde ich eben im Chat gefragt.
Gut?
Nein, es war zwar vieles gut, aber ein gutes Jahr sieht für mich anders aus. 2010 war vor allem… intensiv. Ich geh mal durch meine Bilder, Blogbeiträge und versuche mich an den Highs und Lows.
[...]

flattr this!

Kurzschluss oder Warum man mal was öfters erklären muss

sparta | Dezember 27th, 2010 - 18:46

Gestern beim Weihnachtsessen kam das Gespräch mal wieder drauf und ich denke, es ist an der Zeit, nochmal was klarzustellen.
Keineswegs sollte man daraus, dass ich die Policy, das iPad nur mit Hlfe eines anderen Rechners zum Laufen bringen zu können (der iTunes laufen haben muss), völlig bekloppt finde, zurück schließen, dass ich das iPad doof finde.
Klingt eigentlich nicht so kompliziert, aber ist es offensichtlich.

Das erste Mal, dass ich ein Pad in der Hand hatte, war, als meine Schwiegereltern auf einer Auslandsreise ihr Pad bei uns zwischenparkten.
So recht was damit anfangen konnte ich nicht wirklich, denn die Apps, die mich interessiert hätten, waren nicht installiert und einen AppStore-Account hatte ich nicht, also spielte ich ein paar Tage damit rum und legte es dann weg.

Dann aber bekam Kathinka eines von ihrer Firma geschenkt und ich dachte schon,dass das für unseren Urlaub nächstes Jahr genau das geeignete Tool sein könnte.
Und tatsächlich ist dieser ganze Artikel auf dem Pad geschrieben und ich komme immer besser und schneller damit klar. Spaß macht es auch jede Menge, also bitte nochmal: Ich finde das iPad super. Wen bloß nicht diese saublöde, unfassbar grenzdebile Startprozedur wäre.

flattr this!