Nach Canossa (der Weg ist das Ziel)

Posted by sparta on August 15th, 2010 - 09:34 in alltag, freunde, mopped | No Comments

Best of both worlds, best in both worlds.
Es gibt immer noch das Usenet und manches von dort will ich auch hier verewigen.
So auch die Erzählung vom gestrigen Nachmittag:

Der Tod ist bekanntlich des Wichts ständiger Begleiter, wenn schon nicht im Beruf (was ist in der Anatomie eigentlich ein ‘Director’s Cut’?), dann plakativ in Totenschädelform auf den T-Shirts, die der Anatom in der Freizeit gerne am Leibe trägt.
Gestern war das allerdings nicht der Fall, auch galt unser Interesse eher dem Leben. Genauer gesagt, sollte die NSU (nunmehr auf 600 selbige aufkubikzentimeteriert) zum Leben erweckt werden.
Als Kreißsaal diente der wohlbekannte Hinterhof in Rödelheim und bei bestem Wetter und heiteren Gemüts allenthalben versorgten wir uns erst mal mit einem Bier.
Mopped ins Licht schieben.
Endtopf dranmachen – der bisweilen ungnädige Nachbar war schon in Kenntnis einer geplanten Ruhestörung gesetzt worden und hatte uns für den Samstag Dispens erteilt, nur der Sonntag sei ihm heilig.
Sei’s drum.

Helmut bricht den Rekord im unnütz-Treppen-laufen, bringt aber neben gut gefüllten Bieren auch den ebensolchen Tank aus dem Keller mit.
Der passt auch nach ein paar bangen Momenten – vieles andere tat und tut das nicht, der neue Motor bringt doch teils geringfügig, teils massiv andere Abmessungen und Passungen mit sich.
“Geh mer fodd” sagt Helmut und will nicht von vergangenen Qualen erzählen.

Die Benzinleitung muss verlängert werden, die Hupe schrauben wir verkehrt an, alles ist ein wenig gefrickelt, aber schließlich soll ja kein finales Werk entstehen, nur des Funktionierens des neuen Triebsatzes wollen wir uns versichern.

Der Vergaser ist dicht.
Das freut den Wicht.
Probehalber wird der Kickstarter mal betätigt.
*tschuuuumpf*
Das ging nicht wirklich leicht.
Und dabei ist noch nicht mal die Zündkerze drin.
Die Batterie ist nicht wirklich leistungsfähig und wir beschließen, ihr und uns ein Ladepäuschen zu gönnen. Die Batterie kommt an den Strom und wir an den Tisch zum Bier.

Frauen…
Bücher…
Die Kunst, der Tod…
Der Sinn von Dekohebeln…

Egal, nach einer Viertelstunde schreitet Helmut zum nächsten Versuch, ich stelle mich in sicherem Abstand auf und warte darauf, dass der Kickstarter
den Wicht in lichte Höhen der Kastanie pfeffert.
Notrufnummer im Handy sicherheitshalber aufrufen.

Batterie rein, Zündkerze rein, Stecker drauf.
Zündung auf Spät, Choke, Hebel hier, Tupfer da, Ausklappen des Kickers und…
*tschuuklick*
Immerhin.
Das waren schon mal solide 5 Zentimeter, die sich der Hebel nach unten drücken ließ.
Zweifel in Wichts Gesicht.
*tschupppklick*
Das waren zehn und dafür ist Helmut fast einen halben Meter hochgehüpft.
“Da ist ein mechanischer Widerstand” ist ein kurzer und sehr transparenter Versuch, eine Ursache zu konstruieren, die es nicht gibt.
Der Motor ist einfach zu fett, um ihn einfach so anzukicken, wie es scheint.
Außerdem ist gerade die schicke Hülse vom Hebel abgefallen. Die schrauben wir wieder dran.
*tschuuklickick*
Vier oder fünf weitere ähnliche Versuche, dann ist Helmut platt, keine Chance, über OT zu kommen.

Ich vermeine, den Motor grinsen zu sehen.

Im Film würde jetzt eine mit Weichzeichner und Hall verbrämte Rückblende kommen, in der Helmut im Hof des NSU-Schraubers vernehmlich sagt “Dekohebel? Kinderkram, das kicken wir einfach so an.” Stefan, der nämliche Schrauber produziert ein feines Lächeln… </rueckblende>

Belustigt und nicht wirklich enttäuscht schieben wir also die NSU wieder auf die Hebebühne und nehmen Planungen für Canossa-Anrufe am Montag beim NSU-Schrauber auf.
Mal schauen, ob die Wappnung gegen die zu erwartende Häme sich auszahlt.

Billig behütet

Posted by sparta on Juli 30th, 2010 - 21:21 in alltag, mopped | 3 Comments

“Nenene, das ist ein Fehler auf der Webseite,” sagte der Verkäufer und lächelte ein wenig mitleidig “das ist ein Shoei, die gibt es nicht soo billig.”

“Aha”, sage ich und überlege kurz, ob Phil sich seinen Bericht vielleicht nur ausgedacht hat…NEIN

Irgendwie war das Mitleid auch eher auf meiner Seite, an Stelle des Verkäufers wäre ich wohl auch von den Socken gewesen. Fakt ist nämlich, dass bei Polo gerade die Endurohelme von Shoei für ‘en Appel und ‘en Ei rausgehauen werden und wenn ich das nicht bei Phil gelesen hätte, wäre mir das komplett entgangen und ich hätte mich nicht wenig geärgert.

So aber konnte ich den1 jungen Mann, der ein wenig fassungslos den Blogbeitrag las2, davon überzeugen, dass man mit ihm keinen hässlichen Streich spielt, sondern es sich tatsächlich um ein schwer zu begreifendes Phänomen handelt.
Nun war aber nur noch ein Hornet DS in L im Regal und die Nachbestellungsfront sah schlecht aus. Wirklich schade, weil er mir in dem matt-anthrazit schon gut gefiel. Aber ‘L’ geht gar nicht, beim ersten Blick in den toten Winkel dreht der sich rum und ich guck ins Schwarze ;-)
“Mist” sag’ ich zu dem jungen Mann, “das ist jetzt echt schade” 3
“Hm. Ich hätte den auch noch in ‘S’ am Lager, aber da ist das Visier kaputt…

… das könnte ich aber gegen das von dem in ‘L’ tauschen, wäre das okay?”
<breitgrinz>
<nochbreitergrinz> Nach dem Aufsetzen, der passt wie angegossen…

Und so kommt es, dass auf einmal meine Arai-Only-policy sich mit einem Shoei Hornet DS auf der Ablage auf der Garderobe anfreunden darf.

Achso, der Preis.
459,95 € bisher.
Runtergesetzt auf 199,95 €.
SSV (-30%) 139,97 €.

Dreihundertzwanzig Euro weniger als vor ein paar Tagen4
Ich find das richtig gut ;-)


  1. übrigens supernetten und unglaublich bemühten
  2. so ein Smartphone kann SEHR hilfreich sein
  3. und spekuliere heimlich auf eine Onlinebestellung, jetzt wo ich die Größe kenne. Ich mach sowas nicht gerne, aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt…
  4. Wenn du dir so einen Helm vor zwei Wochen gekauft hast, dann drehst du doch jetzt am Rad, oder?

Vom Guten der schnellen Entscheidung, 3. Teil

Posted by sparta on Juli 24th, 2010 - 10:05 in alltag, familie, kulinaria | No Comments

Ostsee.
Heiß.
Strand.

Wesentlich mehr gibt es zu den letzten Tagen eigentlich nicht zu sagen, oder?

Doch.
Frösche.
Und zwar im Gartencenter in Kronshagen. Dort finden sich in allen Pfützen, Seerosenschalen und Teichen einige junge Wasserfrösche (Rana esculenta) und zu meiner großen Begeisterung auch Kammolche (Triturus cristatus), die leider außerhalb der Paarungszeit nur groß und ansonsten unscheinbar sind – der Kamm bei den Männchen in der Paarungszeit ist mehr als beeindruckend.
img_2386.jpgDen einen Frosch zu fangen, war leicht – es war nämlich keiner, sondern eine junge Erdkröte :-)
Neben Frösche fangen waren wir aber auch da, um Geld auszugeben, diesmal in Form einer kleinblättrigen Seerose und eines Ersatzes für den traurigen Sommerflieder an der Grenze zum Hof, eines gelbblätterigen Ligusters nämlich.
Dass wir Teicherde von Kiel nach Frankfurt kutschieren, kommentiere ich nicht weiter ;-)

Am letzten Tag trafen dann am Nachmittag Kathinkas Bruder und seine Freundin ein, mit denen wir alles zusammen dann abends das Steakhaus aufsuchten und uns an Rib-Eyes, Lammfilets, Garnelen, Salat und dergleichen gütlich taten.
Pünktlich zu unserer Abreise wurde das Wetter schlechter – der Urlaub hatte sich also genau an die Vorgaben gehalten.
Bitte jedes Jahr so.

Vom Guten der schnellen Entscheidung, 2. Teil

Posted by sparta on Juli 23rd, 2010 - 14:54 in alltag, familie, freunde | No Comments

Wenn die Ostsee schonmal zum Baden taugt und die Außentemperaturen nicht unterirdisch wie leider viel zu oft im Norden sind, muss man an den Strand. Nach dem für uns obligatorischen Baumarktbummel und ein wenig Shopping bei Aldi Nord und dem Dänischen Bettenlager – Gewohnheiten, die wir gar nicht mehr ändern wollen, auch wenn es das Dänische Bettenlager mittlerweile auch hierzulande inzwischen gibt und die Unterschiede zwischen den Aldis immer weiter abnehmen.

Große Enttäuschung aber in Schilksee, unserem bevorzugten Strandrevier – die uns bekannte Treppe ist nicht mehr und der Ab- sowie der spätere Aufstieg durch unbefestigte Sandrinnen ist nicht ganz ohne. Offensichtlich hat die Ostsee hier gut genagt im letzten Jahr…
Strand selbst ist einfach herrlich, die Ostsee kann uns auch nicht schrecken und wird als wesentlich angenehmer als im Vorjahr empfunden (die wesentlich höheren Außentemperaturen dürften auch wesentlich dazu beigetragen haben).

Wir Trottel haben aber den Sonnenschutz vergessen, weswegen wir uns nach einer Stunde lieber wieder bekleiden und Richtung Kiel zurückmachen.
Am Abend schauen wir dann noch zwei Stündchen bei Henning und Claudia rein, das ist wieder so nett, dass wir beschließen, einen festen Programmpunkt in unsere zukünftigen Kiel-Besuche zu integrieren, denn viel zu kurz ist die Zeit beim angeregten Gespräch über neue Bücher, Social Media und und und…